Für die vielfältigen Einsatzszenarien – vom Verkehrsunfall über den Wohnungsbrand bis zum technischen Hilfeeinsatz – hält die Freiwillige Feuerwehr Holdorf einen breit aufgestellten Fuhrpark bereit. In der Regel rückt das HLF 1 als erstes Fahrzeug aus, je nach Lage folgen die weiteren Fahrzeuge der Wehr. Einen Überblick über den gesamten Fuhrpark gibt es im Folgenden. Zudem sind auch unsere „alten Schätzchen“ unten auf der Seite zu finden.

ELW 1 (Florian Vechta 30-11-1)
Der Einsatzleitwagen ELW 1 der Feuerwehr Holdorf ist ein Mercedes-Benz Sprinter mit 163 PS, Baujahr 2009, und funkt unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-11-1″. Platz bietet er für eine Besatzung von 1/5, also sechs Personen insgesamt.
Ausgestattet ist er mit einem GSF/BOS-Aufbau sowie zwei PC-Arbeitsplätzen inklusive Funkanbindung – die Basis, um bei größeren Einsätzen die Führung vor Ort zu übernehmen. Umfeldbeleuchtung und Heckwarneinrichtung sorgen für Sicherheit an der Einsatzstelle, mobiles Internet und Einsatzleitsoftware ermöglichen die digitale Lagedarstellung und -dokumentation. Für Besprechungen und die Einsatzplanung stehen zudem diverse Software zur Unfallunterstützung sowie eine Besprechungs- und Plantafel zur Verfügung.
HLF 1 (Florian Vechta 30-48-1)
Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 1 der Feuerwehr Holdorf ist ein MAN TGM 18.320 TG3 mit 320 PS, Baujahr 2022, und funkt unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-48-1″. Die Besatzung umfasst 1/8, also neun Personen. An Bord sind eine Pumpe des Typs FPN 10-2000, ein 3.000-Liter-Wassertank sowie ein 120-Liter-Schaumtank.
Der Aufbau von Ziegler ALPAS® der neuesten Generation bringt umfangreiche technische Ausstattung mit: Eine Rückfahrkamera und eine Leiterentnahmehilfe für Steckleiter bzw. Multifunktionsleiter erleichtern den täglichen Einsatzdienst. Hygieneboard PUSH und Z-Control der neuesten Generation unterstützen die Einsatzhygiene und -steuerung, während die automatische Pumpendruckregelung Tourmat D sowie der Pump-&-Roll-Betrieb für die FPN das Löschen während der Fahrt ermöglichen. Die Schaumzumischanlage Foam System FS-12 rundet die Löschtechnik ab.
Für Sicherheit und Sichtbarkeit an der Einsatzstelle sorgen ein pneumatischer Lichtmast mit vier LED-Scheinwerfern, LED-Umfeldbeleuchtung Z-Vision, zwei LED-Scheinwerfer auf dem Fahrerhausdach sowie Manövrierscheinwerfer an den Außenspiegeln. Eine Verkehrssicherungshaspel und eine Schlauchhaspel mit 160 Metern B-Schlauch gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Rettungssatz mit Akku, eine LKW-Rettungsbühne und eine Seilwinde mit 50 kN Zugkraft.


HLF 2 (Florian Vechta 30-48-2)
Das HLF 2 der Feuerwehr Holdorf wurde ursprünglich als Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 beschafft, ist von der Ausstattung her aber ebenfalls ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Es handelt sich um einen MAN MA 14.225 F2000 mit 220 PS, Baujahr 2002, der unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-48-2″ funkt. Die Besatzung umfasst 1/8, also neun Personen. An Bord sind eine Pumpe des Typs FP 16/8, ein 2.000-Liter-Wassertank sowie 120 Liter Schaummittel.
Der Ziegler-Aufbau ist mit einer Rückfahrkamera sowie einer Steckleiter bzw. dreiteiligen Schiebleiter ausgestattet. Eine automatische Pumpendruckregelung Tourmat sorgt für gleichbleibenden Druck beim Löschen, ein Lichtmast mit vier Scheinwerfern und Umfeldbeleuchtung sowie Manövrierscheinwerfer an den Außenspiegeln sorgen für Sicht und Sicherheit an der Einsatzstelle. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine PFPN 10-1000, einen Rettungssatz sowie zwei Schlauchhaspeln mit je 100 Metern B-Schlauch.
TLF 16/25 (Florian Vechta 30-24-1)
Das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 der Feuerwehr Holdorf ist ein MAN 12.192 mit 195 PS, Baujahr 1990, und funkt unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-24-1″. Die Besatzung umfasst 1/8, also neun Personen. An Bord sind eine Pumpe des Typs FPN 16/8, ein 3.000-Liter-Wassertank sowie 120 Liter Schaummittel.
Der Schlingmann-Aufbau verfügt über eine LKW-Rettungsbühne, eine Steckleiter sowie eine automatische Pumpendruckregelung DRS. Ein Lichtmast mit zwei Scheinwerfern und Umfeldbeleuchtung sowie Manövrierscheinwerfer an den Außenspiegeln sorgen für Sicht an der Einsatzstelle. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Zusatzbeladung für Waldbrandeinsätze, ein Überdruckbelüfter sowie ein Dachmonitor mit einer Leistung von 1.800 Litern pro Minute. Zudem ist auf dem TLF das Equipment der ERHT-Gruppe (Einfaches Retten aus Höhen und Tiefen) verlastet.


WLF / AB-Rüst (Florian Vechta 80-67-1)
Beim WLF-Kran mit AB-Rüst handelt es sich um ein Fahrzeug des Landkreises Vechta, das im Einsatzfall von Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Holdorf besetzt wird. Es ist ein Mercedes-Benz Actros 25.400 mit Abroll-Container und 400 PS, Baujahr 2000, und funkt unter dem Rufnamen „Florian Vechta 80-67-1″. Die Besatzung umfasst 1/1, also zwei Personen. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einem Kran des Typs HIAB 102-S-2.
Der AB-Rüst dient unter anderem der Unterstützung bei größeren technischen Hilfeleistungen und kann von den Feuerwehren bei entsprechenden TH-Lagen angefordert werden. Zur Ausstattung gehören ein Hakenlift, ein Rettungssatz, ein Schneidbrenner sowie ein Plasmaschneider. Für den Gefahrguteinsatz stehen eine Sonderbeladung, ein Fassgreifer und diverse Anschlagmittel bereit, außerdem ein Großtierrettungsgeschirr, ein Lichtmast sowie diverse Beladung zur schweren technischen Hilfeleistung.
MTF (Florian Vechta 30-17-1)
Das Mannschaftstransportfahrzeug MTF der Feuerwehr Holdorf ist ein Ford Transit mit 140 PS, Baujahr 2013, und funkt unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-17-1″. Die Besatzung umfasst 1/8, also neun Personen.
Wie der Name schon sagt, wird mit diesem Fahrzeug vorrangig Personal zur Einsatzstelle gebracht – daneben dient es aber auch dem Materialtransport. Bei größeren Einsätzen nimmt das MTF den Materialanhänger mit, um gebrauchtes Material im Anschluss zur Reinigung zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) nach Vechta zu bringen. Genutzt wird es zudem für Weiterbildungsveranstaltungen, die Jugendfeuerwehr sowie weitere Veranstaltungen und Fortbildungen.
Zur Ausstattung gehören DBS-3000-LED-Technik, Umfeldbeleuchtung, ein Frontblitzer sowie ein Rückwarnsystem in LED-Technik. Digitalfunk, Absicherungsmaterial und Feuerlöscher runden die Ausrüstung ab.


TAF 35 (Florian Vechta 30-79-1)
Bei der Feuerwehr Holdorf im Einsatz ist ein Magirus TAF 35 mit 71 PS, Baujahr 2020, der unter dem Rufnamen „Florian Vechta 30-79-1″ funkt. Die Turbine leistet 105.000 m³/h. Das Fahrzeug ist auf einem Anhänger verlastet und wird von den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Holdorf besetzt.
Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt mit der Firma Alpha Robotics Germany und dem Landkreis Vechta und gehört zum „Einsatzzug spezielle Fähigkeiten – Ferngeführte Systeme und Robotik“. Das ferngesteuerte Raupenfahrzeug verfügt über eine Brandbekämpfungsturbine, mit der große Wassermengen – wahlweise als Vollstrahl oder fein vernebelt – gezielt in betroffene Bereiche eingebracht werden können, etwa dort, wo ein Einsatz für Einsatzkräfte zu gefährlich wäre. Über bis zu vier B-Anschlüsse als Eingänge wird das Fahrzeug mit Wasser versorgt. Eine Seilwinde sowie ein Frontschild und Hydraulik-Kupplungen ergänzen die Ausstattung.
Materialanhänger
Der Materialanhänger der Feuerwehr Holdorf stammt aus dem Baujahr 2008 und kommt bei größeren Einsatzlagen zum Einsatz. Müssen viele Schläuche oder anderes Material zur Reinigung gebracht werden, wird dieses nicht in den Einsatzfahrzeugen, sondern direkt auf dem Anhänger verlastet. Bei Bedarf rückt das MTF mit dem Anhänger aus.

Unsere „Schätzchen“
Bevor die heutigen Fahrzeuge ihren Dienst antraten, standen andere im Feuerwehrhaus – Fahrzeuge, die über viele Jahre zuverlässig ihren Zweck erfüllt haben und mittlerweile ausgedient haben. Ein Blick zurück in die Fahrzeuggeschichte zeigt, wie sich die Ausrüstung im Laufe der Zeit gewandelt hat und würdigt zugleich die treuen Weggefährten vergangener Einsatzjahre.

LF 8-TSA (früher: LLG) – 1941 bis 1972
Das LF 8-TSA, ursprünglich als Löschgruppenfahrzeug LLG (leichtes Löschgerät) bezeichnet, war ein Mercedes-Benz L 1500 mit dem Kennzeichen VEC-D 298, Baujahr 1941. Es war bis 1972 im Dienst der Feuerwehr Holdorf.
Ursprünglich wurde in dem Fahrzeug eine Tragkraftspritze von Metz in einem Tragkraftspritzenanhänger mitgeführt, die bei 8 bar eine Leistung von 800 Litern pro Minute erbrachte. Der Fahrzeugtyp wurde im Zweiten Weltkrieg in großer Stückzahl produziert – das Holdorfer Fahrzeug war jedoch das einzig erhaltene Exemplar und zugleich das älteste motorisierte Fahrzeug im Landkreis Vechta.
Über die Jahre wurde das Fahrzeug von Anders Classic, einer Sparte des Autohauses Anders, erworben und aufwendig restauriert – und erstrahlt heute wieder im neuen Glanz. Die Aufschrift „Freiwillige Feuerwehr Holdorf“ ziert dabei nach wie vor die Türen. In seiner jetzigen Form wird es gerne für besondere Anlässe wie Hochzeiten genutzt, wo es so manchem Brautpaar schon eine schöne Überraschung bereitet hat.


TLF 16-T (Florian Vechta 30-10) – 1965 bis 1990
Das TLF 16-T war ein Magirus-Deutz 150 D 10 A mit Magirus-Aufbau, Baujahr 1965. Die Besatzung bestand aus einem Trupp mit einem Truppführer und zwei Truppmännern. Es diente vor allem der Brandbekämpfung bei Wald- und Flächenbränden, der Durchführung eines Schnellangriffs mit Wasser sowie der Löschwasserversorgung im Pendelverkehr.
Zur Ausstattung gehörten eine Feuerlösch-Kreiselpumpe FP 16/8 mit 1.600 Litern pro Minute Leistung sowie ein 2.800-Liter-Löschwasserbehälter. Eine 30 Meter lange Schnellangriffseinrichtung und ein Wasserwerfer auf dem Dach ergänzten die Brandbekämpfungsausrüstung, hinzu kamen Schaummittel, Atemschutzgeräte, Ausleucht- und Warngerät, Funkgeräte, Ölbindemittel sowie eine hydraulische Rettungsschere mit Handpumpe.
Das Fahrzeug war bis 1990 bei der Feuerwehr Holdorf im Einsatz und wechselte anschließend zur Feuerwehr Fladderlohausen. 2026 wurde es in Bulgarien wiederentdeckt (siehe Bild): Dort ist es bis heute in einer kleinen Gemeinde im Einsatz und wird vor allem bei Waldbränden eingesetzt.
LF 8-schwer (Florian Vechta 30-23) – 1972 bis 2002
Das LF 8-schwer war ein Magirus-Deutz 110 D 7 A mit Magirus-Aufbau, Baujahr 1972. Die Besatzung umfasste 9 Mann.
Eine vorne fest eingebaute Pumpe förderte 800 Liter pro Minute bei 8 bar, ergänzt durch eine hinten eingeschobene Tragkraftspritze TS 8/8 von Magirus-Deutz, Baujahr 1966. Zur Ausstattung gehörten außerdem eine Motorsäge, ein auf 7 Meter auskurbelbarer Lichtmast mit einem 500-Watt-Strahler am Heck sowie ein 5-kVA-Stromerzeuger. Für den Gefahrguteinsatz standen drei Chemikalienschutzanzüge und ein Hitzeschutzanzug bereit.


MTW (Florian Vechta 30-39) – 1986 bis 2001
Das MTW war ein VW-Transporter, Baujahr 1983, der 1986 gebraucht zur Feuerwehr Holdorf kam und von den Kameraden in Eigenleistung für die Bedürfnisse der Feuerwehr umgebaut wurde. Die Besatzung umfasste 9 Mann.
Zur Ausstattung gehörten ein Klapptisch für die Einsatzleitung sowie Gerät zur Absperrung von Einsatzstellen, dazu ein Einachs-Anhänger. Das Fahrzeug diente hauptsächlich als Transportmittel und war bis 2001 im Einsatz.
ELW (Florian Vechta 30-61) – 2001 bis 2013
Der ELW war ein Ford Transit, Baujahr 1997, der im Jahr 2000 angeschafft, umlackiert und umgebaut wurde. Das Fahrzeug wurde daraufhin 2001 in Dienst gestellt. Zur Ausstattung gehörten ein Funktisch mit 2-Meter- und 4-Meter-Band-Gerät, ein Mobiltelefon inklusive Fax sowie ein Laptop mit unter anderem einer Gefahrstoffdatenbank. Ergänzt wurde die Ausrüstung durch eine Außenlautsprecheranlage und Absicherungsmaterial.
Als 2009 ein neuer ELW in Dienst gestellt wurde, wurde das Fahrzeug zum MTF umfunktioniert und 2013 schließlich durch ein neues MTF ersetzt.


Öl-Anhänger – ? bis 2022
Etwas ganz Besonderes ist der alte Öl-Anhänger der Feuerwehr Holdorf – denn dieser Anhänger hat wirklich Geschichte. Ausgestattet mit Equipment für Ölspuren-Einsätze – darunter Streuer, Bindemittel und mehrere Besen – war er bis 2022 im Einsatz und stand all die Jahre im alten Feuerwehrhaus, direkt hinter dem ELW.
Die eigentliche Geschichte ist aber Folgende: Genau an diesem Anhänger wurde nach so mancher Übung und manchem Einsatz auch gerne noch ein Kaltgetränk zu sich genommen. Über die Jahre hat er deshalb so einiges Kurioses, aber auch manch belastende Geschichte mitbekommen – Geschichten, die zwischen den Kameradinnen und Kameraden dort geteilt und besprochen wurden. Diese besondere Bedeutung lebt bis heute weiter: Der Aufenthaltsraum im neuen Feuerwehrhaus trägt ihm zu Ehren den Namen „Zum roten Hänger“. Der Anhänger selbst hat inzwischen auf der Terrasse seinen passenden Ruheplatz gefunden.
